Auf einem Seil sitzend, das zwischen zwei Ankerpunkten gespannt ist, strickt Estelle Samira Borel, bekleidet mit einem Schafskostüm. Ihre Finger arbeiten die Wolle, während Blöken erklingt. Ein Bild, das bukolisch wirken könnte. Doch hinter diesem Bild bietet die Seiltänzerin eine intime und dekoloniale Durchquerung des Wallis, des Schweizer Kantons, in dem sie aufgewachsen ist. Ein Gebiet, dessen rassistisches Erbe zu wenig aufgearbeitet ist. Denn das wollige Tier, das sie auf der Bühne begleitet, ist kein einfaches pastorales Kostüm: Es ist von den Nez Noir inspiriert, diesen zweifarbigen Schafen, die für die Region emblematisch sind, und verweist auf den Vergleich einer anhaltenden Gewalt zwischen schwarzen Menschen und Animalität. Indem sie dies in einer akrobatischen Performance aufgreift, kehrt Estelle Samira Borel das Stigma um, um eine Widerstandsfigur von großer Kraft zu schaffen. Für jede Vorstellung der Bühnenkunstprojekte (außer bei Ausnahmen) werden 5 Solidaritätstickets zu 5 € reserviert. Bitte schreiben Sie an reservation@halles.be 9 € / 12 € / 14 € / 16 € / 18 € / 20 €