Eine einzigartige Zusammenarbeit führte letztes Jahr zu einem der großen Erfolge der Salzburger Festspiele. Der berühmte Salzburger Marionettentheater bat den Künstler Georg Baselitz, die im April dieses Jahres verstorbene Éminence grise des modernen deutschen Expressionismus, die Puppen und das Dekor für eine neue Vorstellung von L’Histoire du Soldat von Igor Stravinsky zu entwerfen. Die international renommierte Geigerin Isabelle Faust und einige ihrer musikalischen Freunde übernahmen die Musik. Ein goldener Griff! Das zeigten die Reaktionen sowohl des Publikums als auch der internationalen Presse. Strawinskys Musiktheaterwerk für kleines Ensemble war aus der Not geboren. Der Komponist lebte während des Eerste Wereldoorlog in der Schweiz und brauchte ein Projekt mit kleiner Besetzung, das leicht reisen konnte. Die Wahl fiel auf ein russisches Märchen über einen Soldaten, der einen faustischen Pakt mit dem Teufel schließt und seine Geige gegen ein magisches Buch eintauscht, in dem die Zukunft enthüllt wird. Wenn der Teufel im Spiel ist, geht es selten gut aus. Das galt in erster Linie auch für das Unternehmen von Strawinsky, denn die Tournee wurde durch die Spanische Grippe unterbrochen. Aber L’Histoire ging sowohl in die Theater- als auch in die Musikgeschichte als ein Meilenstein der Moderne ein.