De Ezra und Miriam Elia von Brigitte Dedry und Véronique Dumont „Mittwoch, 7. Mai: Zwei von ihnen sind heute gekommen, sie haben mich mit Gewalt aus dem Käfig geholt und in eine Art Labyrinth gesteckt. Sie können mir zwar meine Freiheit nehmen, aber meine Seele werden sie niemals bekommen. Ich heiße Edward, und ICH BIN EIN HAMSTER.“ Zufällig auf einem Flohmarkt entdeckt, ist Edwards Tagebuch das unschätzbare Vermächtnis eines Nagetiers an die menschliche Spezies. Man kann nur erschüttert sein von den tiefgründigen Reflexionen dieses überlegenen nihilistischen Geistes. Edward ist das Kind von Desproges und Schopenhauer. Hatte er nicht auch festgestellt, dass Einsamkeit zwar das Pfand der Freiheit ist, aber auch das der Langeweile? Langeweile, die durch die tragikomischen – sehr komischen – Reflexionen dieses mürrischen, egozentrischen Nagetiers vertrieben wird, das sein Streben nach einer Existenz, die diesen Namen verdient, durch gesellige Beschäftigungen (essen, trinken, einen Freund haben, Liebe machen und sich unter das Stroh legen) täuscht. Wer könnte besser als ein zum Rad-Martyrium verurteilter Hamster verstehen, was Entfremdung, die Leere der Existenz und die Banalität des Alltags wirklich sind? Muss man hinzufügen, dass Edward uns sehr ähnlich ist? Véronique Dumont und Brigitte Dedry haben sich das ikonische Buch von Miriam und Ezra Elia genommen, um daraus ein burleskes und lustiges Werk zu machen, in dem Marionetten, Illusionen und Gesang zusammenlaufen, um den hochhumanistischen Reflexionen von Edward, dem nihilistischen Hamster, zu dienen. „Er hatte auf dieser Insel alles, was er brauchte, zu trinken und zu essen, ein Haus, ein Bett zum Schlafen, aber niemanden zum Lächeln, und sein Gesicht war wie erstarrt.“ Freitag oder das wilde Leben, Michel Tournier Nach „Le journal d'Edward, nihilistischer Hamster“ von Miriam und Ezra Elia | Traduction Rose Labourie | Inszenierung Brigitte Dedry und Véronique Dumont | Avec Brigitte Dedry und Véronique Dumont | Regieassistenz Anne Romain | Szenografie und Kostüme Sandrine Clarck | Lichtdesign Aurélie Perret | Sounddesign Pierre Kissling | Außenblick Galia De Backer. Erschienen im Flammarion-Verlag. Eine Koproduktion Le Vilar, Théâtre de Poche und DC&J Création. Mit Unterstützung der Fédération Wallonie-Brüssel, Service Général der künstlerischen Schöpfung/Erwachsenentheater, des Tax Shelter der belgischen Föderalregierung, von Inver Tax Shelter und der Loterie Nationale.