Die Handlung von Burmese Days, basierend auf dem ersten Roman von George Orwell, der 1934 veröffentlicht wurde, spielt in einer kleinen Stadt in Birmanie du Nord, dem heutigen Myanmar. Die Librettistin Sarah Howe und der Komponist Prach Boondiskulchok siedeln ihre Version der Geschichte in den letzten Jahren der britischen Besatzung an, vor dem Hintergrund eines Clubs, der den Europäern vorbehalten ist. Als dieser geschlossene Kreis gezwungen ist, sich einem birmanischen Mitglied zu öffnen, steigen die Spannungen schnell an. Soziale Echokammern, politische Manipulationen und Liebesintrigen gießen Öl ins Feuer.
Diese Kammeroper betrachtet den Roman aus einer neuen Perspektive, der des Asie du Sud-Ostens, und hebt die Beziehungen zwischen den birmanischen Charakteren hervor. In seiner Partitur integriert der thailändische Komponist die Farben und die Virtuosität der Musikstile Hsaing Waing und Piphat, die für diese Region der Welt typisch sind, in ein westliches Ensemble. Das Ergebnis ist eine Klanglandschaft, die die Kontraste zwischen der buddhistischen Kosmologie einerseits und dem kolonialen Apparat sowie seinem komplexen Erbe andererseits erforscht.