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Im Warschauer Ghetto spielte man kein Pétanque Theater

Im Warschauer Ghetto spielte man kein Pétanque

Do., 17. Dez. 2026 · 20:00
Mouscron
On ne jouait pas à la pétanque dans le ghetto de Varsovie Éric Feldman / Olivier Veillon Théâtre + 14 Jahre Was wäre, wenn Freud Hitlers Therapeut gewesen wäre? Hätte das absolute Böse vermieden werden können? Ausgehend von dieser ebenso schwindelerregenden wie absurden Frage signiert Éric Feldman ein ganz einzigartiges Solo-Stück. Unterstützt von der Stiftung für das Gedenken an die Shoah und inszeniert von Olivier Veillon, unter dem komplizenhaften Blick von Joël Pommerat, nimmt das Stück die Form eines Stand-up-Art-und-Essay-Programms an, zwischen intimer Konferenz, familiärem Vertrauen und Autofiktion. Éric Feldman erforscht darin mit Humor, Emotion und Ernsthaftigkeit die Folgen der Shoah auf die überlebenden versteckten Kinder (seine Eltern, seine Onkel, seine Tanten), aber auch auf die nächste Generation, die die Stille, die Ängste und die Traumata erbt. Sein Humor, verheerend und zutiefst menschlich, erinnert an den Geist der großen New Yorker „Comedians“, während er manchmal an die brillanten und existenziellen Neurosen eines Woody Allen erinnert. Man trifft dort Hitler und Freud, das absolute Böse und die Psychoanalyse, Jiddisch, Isaac Bashevis Singer, Onkel Lucien, Tante Sarah, Milosh die Katze, Yoga, Liebe, Obsessionen und diese seltsame Energie, die es trotz allem ermöglicht, weiterzuleben. Das Lachen löscht niemals die Gewalt der Geschichte aus. Es ermöglicht im Gegenteil, sie anders anzugehen, das teilbar zu machen, was unaussprechlich schien. Durch seine Familiengeschichte spricht Éric Feldman auch über alle Traumata, die durch Massenverbrechen verursacht wurden, über das, was sie in Körpern, Generationen und Gesellschaften hinterlassen. Er hinterfragt das Anderssein, die Beziehung zum Anderen, den Fremden in sich selbst und diesen zerbrechlichen Übergang aus dem Schatten, der Isolation und dem Eingeschlossensein bis zum Ufer der Lebenden. Lustig, erschütternd und zutiefst originell verwandelt On ne jouait pas à la pétanque dans le ghetto de Varsovie eine intime Erinnerung in eine kollektive Erfahrung. Ein Stück zum Nachdenken, Lachen, Berührtwerden und Feiern, trotz allem, die Freude am Leben. Im Rahmen des Festival Frontières. Nominierung für die Molières 2026 – Solo-Stück
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Veranstaltungsort
Mouscron
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