Eine Mutter ist gestorben, aber in den Gedanken ihres Sohnes bleibt sie präsent. Als Stimme, die sich Fragen stellt, die lacht und tadelt, die nach einem Weg sucht, ihn zu verstehen. Von einem Stück Brandung aus, das als Jenseits dient, spricht sie (Marijke Pinoy) über ihren Sohn, einen Jungen, der von klein auf das Meer aufsucht und als Strandräuber fasziniert ist von allem, was es verschlingt und wieder ausspuckt.
Das Meer ist dabei mehr als Kulisse: Es wird zum Mitspieler. Es enthüllt seine Schatzkammer voller angeschwemmter Artefakte und Lebewesen und reicht der Figur damit das, was sie braucht, um über persönliche und gesellschaftliche Themen zu sprechen. Über das Verlangen, gesehen zu werden, und das Recht, anders zu denken und zu leben, über Klima und Migration sowie über Schönheit und Zerstörung.
„Mare Madre“ ist ein poetischer Monolog über die schwierige Bindung zwischen einer Mutter und ihrem Sohn. Darüber, wie schwer es sein kann, einander zu verstehen, und wie Liebe nach dem Tod weiterklingt. Über das Wegtreiben und Anschwemmen, Vermissen und Wiederfinden sowie über das Verlassen und Verlassenwerden.
Marijke Libert und Fred Libert schreiben, Stephan Vanfleteren ist für die Szenografie verantwortlich. Zusammen mit Marijke Pinoy bringen sie eine Aufführung auf die Bühne, in der Text und Spiel im Mittelpunkt stehen, in der aber auch die Kraft der Bilder und der kleinsten Habseligkeiten spricht. „Mare Madre“ ist sowohl Nabelschau als auch Blick zum Horizont.
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