Lilia lebt in Paris, zusammen mit ihrer Freundin. Als ihr Onkel unerwartet und unter mysteriösen Umständen stirbt, reist sie zurück nach Tunesien zur Beerdigung. Dort trifft sie ihre Familie, die nichts von ihrem Leben in Paris weiß. Haar Franse Freundin ist mitgekommen, wohnt aber in einem Hotel, damit Lilia die Art ihrer Beziehung verborgen halten kann. Entschlossen, das Geheimnis um den plötzlichen Tod ihres Onkels zu lüften, wird Lilia mit Familiengeheimnissen in einem Haus konfrontiert, in dem drei Generationen von Frauen zusammenleben. Kommentar In ihrem dritten Langfilm gelingt es Regisseurin Leyla Bouzid, zwei Handlungsstränge perfekt auszubalancieren: das intime Porträt einer jungen Frau, die mit ihrem Doppelleben kämpft, und die zurückhaltende Detektivgeschichte um den Tod ihres Onkels, der anscheinend auch jahrzehntelang ein verborgenes Leben führte. Ein zärtlicher, aber ernüchternder Blick auf die Position der LGBTQ+-Gemeinschaft in einem Land, in dem Homosexualität nicht nur von vielen muslimischen Familien als Schande angesehen wird, sondern auch gesetzlich strafbar ist.