Der junge Marty Mauser schlägt sich mit viel Bluff und Arroganz durchs Leben. Getrieben von grenzenlosem Ehrgeiz setzt er alles daran, seinen großen Traum zu verwirklichen. Bescheidenheit ist ihm fremd und Aufgeben steht nicht in seinem Wörterbuch. Selbst das Erobern eines echten Filmstars sieht er als eine reale Möglichkeit. Dass ihn niemand ernst nimmt, hält Marty nicht davon ab, bis zum Äußersten zu gehen und zu beweisen, was er wert ist. Timothée Chalamet (letztes Jahr noch Bob Dylan in ‘A Complete Unknown’) trainiert schon seit 2018 (!) intensiv für die Rolle des Tischtennisspielers Marty Mauser - am Set von ‘Dune’ hatte er einen Tischtennistisch, um zwischendurch üben zu können - und liefert unter der fachkundigen Regie von Josh Safdie (‘Good Time’, ‘Uncut Gems’) eine unvergleichliche Leistung ab. De Golden Globe für Beste Acteur durfte er auf jeden Fall schon entgegennehmen, und sein erster Oscar steht inzwischen auch in der Warteschlange. Seine Kampagnenstrategie ist auf jeden Fall eine, die man einrahmen kann: So erscheint er überall in der Rolle des pöbelnden Marty. Für das Studio A24 ist dieser hyperambitionierte Film auf jeden Fall auf dem besten Weg, ihr erfolgreichster aller Zeiten zu werden. Is Timothée Chalamet also doch einer der Großen? ‘Marty Supreme’ ist ein wilder Ritt, der grandios den selbstgefälligen Draufgänger feiert. De Standaard ****