Jeder dachte, allein zu sein. Plötzlich waren sie eine Menge. (Paul Eluard)
In dem unter Superlativen begrabenen Buch ‚Les Années‘ (2008) von Nobelprijswinnares Annie Ernaux überblickt die Schriftstellerin ihr Leben zwischen 1941 und 2006.
Skizziert gegen die Leinwand eines sich verändernden Zeitgeistes liefert das nicht nur ein beeindruckendes Frauenporträt, sondern auch ein äußerst erkennbares Bild der nachkriegszeitlichen westlichen Geschichte.
‚Eine Form finden für meine zukünftige Abwesenheit,‘ so nannte Annie Ernaux es schon, als sie ihr Buch im Alter von 65 Jahren schrieb. ‚Denn das Gedächtnis könnte wohl wolkig werden.‘ Sie wollte Griff bekommen auf ihren Durchzug auf Erden, auf die Zeit, die durch sie hindurchgegangen ist, und erkannte, dass sie darin nicht allein war. Ihr höchstpersönliches Leben gleicht dem von uns allen.
De Jaren wird auch auf dem Theater ein Fest der Wiedererkennung. Eine beeindruckende, intergenerationelle Besetzung wird der weiblichen Hauptfigur Gestalt verleihen: Viviane De Muynck, Els Dottermans, Carine van Bruggen und Kiana Porte. Für die Musik zeichnet aufstrebendes Talent Hendrik Lasure, der flüssig zwischen modernem Jazz, alternativer Popmusik schaltet und 2022 mit seiner niederländischsprachigen Platte ‚Het Wiel‘ überraschte.
von und mit
Spiel: Viviane De Muynck, Els Dottermans, Carine van Bruggen, Kiana Porte
Theaterbewerking und Regie: Piet Arfeuille
Muziekcompositie: Hendrik Lasure
Muziekuitvoering: Nicolas Anné
Naar ‚Les Années‘ von Annie Ernaux
Nederlandse Übersetzung: Rokus Hofstede herausgegeben vom Verlag De Arbeiderspers