Met Lovesick, mourir d’amour bringt Louis De Boncourt ein Konzert rund um Lieder und Airs de cour aus dem siebzehnten Jahrhundert, in denen Liebe als intensive, oft widersprüchliche Erfahrung zentral steht. Verlangen, Hingabe, Verlust und Verzweiflung erhalten in dieser Musik eine direkte und zurückhaltende Form, in der Text und Klang eng miteinander verwoben sind.
Die Airs de cour entstanden in einer Kultur, in der Poesie, Musik und Rhetorik einander ergänzten. Die Melodien sind scheinbar einfach, aber reich an Nuancen und folgen genau der Gefühlswelt des Textes. Gerade in dieser Nüchternheit liegt ihre Kraft: kleine musikalische Verschiebungen genügen, um tiefe Emotionen hervorzurufen und Bedeutung resonieren zu lassen.
In dieser Vorstellung wird Liebe nicht idealisiert, sondern in all ihrer Verletzlichkeit und Intensität gezeigt. Lovesick, mourir d’amour lässt hören, wie Komponisten und Dichter des siebzehnten Jahrhunderts Worte und Musik nutzten, um das innere Leben greifbar zu machen. Das Ergebnis ist ein Konzert, in dem Intimität und Ausdruck zentral stehen und in dem ein raffiniertes Repertoire erneut seine Aussagekraft zeigt.
Programma
John Blow – Lovely Selina
Robert de Visée – Prélude (Manuscript Vaudry Saizenay)
Henry Purcell – If Music be the food of love (3. Version)
Marc-Antoine Charpentier – Tristes déserts, sombre retraite
Henry Purcell – There’s not a swain in the plain
Christopher Simpson – Divisions in a minor
Matthew Locke – My lodging is on the cold ground
Michel Lambert – Pourquoy faut-il belle inhumaine
Sébastien le Camus – Laissez durer la nuit
Michel Lambert – Goutons un doux repos