In dieser Umgebung, in der Geschwindigkeit und Gleichgewicht ständig auf die Probe gestellt werden, orchestriert Béton eine Polyphonie der Gesten, bei der der Impuls zur Flugbahn wird und der Sturz selbst neue Dynamiken erzeugt. Die bewegliche Performance passt sich jedem Raum an und definiert in jedem Moment ihr Verhältnis zum Publikum neu. Letzteres wird selbst zum Akteur einer sinnlichen Erfahrung: beobachten, sich bewegen, einen Standpunkt wählen, in den Tanz des Blickes eintauchen.
Béton erforscht die Konvergenzen und Abweichungen von Breakdance und Skateboard. Zwischen rasanten Beschleunigungen und Schwebezuständen, Beherrschung und Ungleichgewicht, Erscheinen und Verschwinden spielt das Stück mit der Spannung zwischen der Kontrolle der Geste und der Zufälligkeit des Geländes. Eine Partitur, in der die Schwerkraft zum Partner wird, in der jeder Aufprall auf den Beton wie ein choreografischer Abdruck nachhallt.
Über die Performance hinaus veredelt Béton das Gewöhnliche und offenbart den sensiblen Teil dieser Orte, die oft aus der Ferne betrachtet und als roh und funktional wahrgenommen werden. Indem das Stück mit den Linien des Skateparks spielt und das Hören des Raumes durch Klang und Bewegung verändert, zeichnet es eine Landschaft in ständiger Wandlung neu.
Diese für Performance und Technik konzipierten Strukturen erinnern an organische Formen: Dünen aus Asphalt, auf denen sich Menschen wie moderne Tiere verhalten würden. Béton spielt mit dieser Spannung zwischen der Technik der Stadt und der Wildheit der Natur, zwischen starrer Architektur und der Spontaneität der Körper in Bewegung. Der urbane Raum wird zu einem neuen Theater, in dem Materie und Körper, Stadt und Passanten in einen Dialog treten.
In Kopräsentation mit Les Brigittines