In seiner neuesten Theatervorstellung „Tand des Tijds“ richtet Regisseur und Schauspieler Tim Natens sich auf die Figur von Gerard Soete, den belgischen kolonialen Polizeikommissar, der 1961 den Auftrag erhielt, den Körper des hingerichteten kongolesischen Premierministers Patrice Lumumba verschwinden zu lassen. Soete löste den Körper von Lumumba in Schwefelsäure auf und behielt einige Schneidezähne als Privatsouvenirs, zwei koloniale Trophäen: eine makabre Tat, deren symbolische, historische und politische Ladung Natens entwirrt, indem er vollständig in die Haut des kolonialen Polizeiinspektors schlüpft. Seinem Bericht ausgeliefert, wird das Publikum in eine beunruhigende Fragestellung über Mitschuld, Reparation und Schuld mitgerissen. „Tand des Tijds“ nimmt das Netz der Geschichten rund um den Mord an Lumumba als Thema und stellt die Mechanismen der Geschichtsschreibung an den Pranger, indem es unverblümt die koloniale Gewalt dahinter inszeniert. Text und Spiel: Tim Natens Eindregie: Mike van Alfen Dramaturgie: Bart Capelle Coaching: Jovial Mbenga, Haider Al Timimi, Jos Verbist Scenografie: Sven Roofthooft Lichtontwerp: Lucas van Haesbroeck Techniek: Rodion Gholobov, Koen van der Meersche Grafisch Design: Mario Debaene Productieleiding: Sandra Diris, Nona Bal Producent: Moussem Nomadisch Kunstencentrum Coproducenten: Antigone, Monty Met Dank an: Christophe Engels, Bildungszentrum Destelheide, Joppe Wouters, Ludo De Witte, Walter Zinzen Met Unterstützung von: Vlaamse Gemeenschap, Bildungszentrum Destelheide