Flesh (Fleisch auf Englisch), um die Komplexität unserer Beziehung zum Körper und zum Tod auszudrücken. Denn es ist im Lehm unserer Menschlichkeit, dass Sophie Linsmaux und Aurelio Mergola ihr visuelles Theater formen. Zwischen Hyperrealismus und Traumwelt, Emotion und allgemeiner Heiterkeit entführen sie uns von einem Krankenhauszimmer zu einer Hochzeit, von einem Virtual-Reality-Studio zu einer Totenwache. Dort, wo sich ein gleiches und unbändiges Bedürfnis ausdrückt: das Gegenüber, ohne das man nichts ist und nichts sein kann.
Seit mehr als zehn Jahren entwickeln Sophie Linsmaux und Aurelio Mergola ein sehr ausgearbeitetes Theater, wenn auch ohne Worte. Es ist diese unglaubliche Meisterleistung, die das Festival d’Avignon 2022 begeisterte, wo Flesh für Aufsehen sorgte und sie auf die internationale Bühne katapultierte. Wenn sie gerne sagen, dass sie Stücke schreiben, „in denen die Welt gewaltig schlecht läuft“, dann nur, um die Notwendigkeit von Humor als Gegenbewegung zu unterstreichen. Tatsächlich sind ihre Stücke grimmig komisch. Es sei denn, es ist umgekehrt.