Wannes Cappelle, Inge Paulussen, Jonas Leemans, Dimitri Leue - Elegast
So., 21. Feb. 2027 · 20:15
Cultuurhuis De Zeepziederij, Bree
€16–23
„Vraie historie ende al waer
Mach ik u tellen hoorter naer“
So beginnt Karel ende Elegast und sofort ist klar, dass der Schreiber will, dass du ihm glaubst. Er betont die Echtheit der Geschichte, bittet um Erlaubnis zu erzählen und befiehlt dir zuzuhören. Über diese zwei Verse allein werden ganze Essays geschrieben. Insgesamt gibt es 1419 Verse, genug für ein Wikipedia an Textanalyse. Een Vlaamse Klassiker voller Stoff zum Nachdenken bekommt neues Leben!
„Ich will wissen, wer du bist, und wo du um diese Stunde hinfährst und wie dein Vater heißt. Und ob du als Kind jemals ein Kaninchen hattest, das viereckige Köttel schiss?“
Ein Engel gibt Keizer Karel nachts den Auftrag, stehlen zu gehen. So beginnt das Abenteuer des Königs mit dem wunderschönen Bart. Eine stiftende Geschichte über Treue, Vertrauen und ehrenvolles Verhalten. Wannes Cappelle, Jonas Leemans, Dimitri Leue und Inge Paulussen pumpen neues Blut in die mittelalterliche Version.
„Ich bringe für Sie gemäß dem Semaphore-Alphabet: Verse 875-885. Die Menschen, die diese Sprache verstehen, werden danach einen großen Vorsprung vor den anderen haben. Genießen Sie kurz meine Banner. In meiner linken Hand erkennen Sie das Banner des französischen Kaiserreichs und seine Lilien und in meiner rechten Hand erkennen Sie das Banner des heiligen Roomse Rijk mit dem Doppeladler, zusammen bilden sie die Flagge von Keizer Karel, Herrscher über das alles und mehr.“
Elegast: Du verstehst wirklich nichts vom Stehlen.
Karel: Vielleicht. Aber eine Glatze ist auch eine Frisur!
Elegast: Was willst du damit sagen?
Karel: Dass ich Stehlen von der anderen Seite betrachte. Das macht mich zu einem Meisterdieb.
Nach „Van den vos die amoc maecte“ nimmt Leue einen zweiten Text des Kanons in Angriff, um zu fühlen, wie Worte dich mit Menschen von vor achthundert Jahren verbinden können und gleichzeitig mit Menschen von Ypern bis Tongeren. Das Gemeinsame zertrümmert Distanz und Zeit.
Von und durch: Wannes Cappelle, Jonas Leemans, Inge Paulussen (Spiel) | Dimitri Leue (Spiel, Text, Regie) | Antoon Offeciers (Musik) Antoon komponiert Musik nicht allzu laut, aber laute genug | Atelier Utilisé: Lynn Wauters (Kostüm) Lynn drückt Kettenhemden unter ihre Nähmaschine, bis der Eisendraht sie ersticken lässt | Antoine Waterkeyn (Dekor) Antoine lässt das ganze Theaterbild künstlerisch kippen | Sonista (Technik) | Leue vzw (Produktion)
Mit Dank an CC De Klap Deurne und die Tax Shelter der belgischen Föderalregierung.