DARLING wurde 2013 gegründet und ist das Ergebnis der Freundschaft zwischen Moya Michael und Igor Shyshko, zwei Künstlern, die im selben Jahr geboren wurden, aber von radikal unterschiedlichen soziopolitischen Realitäten geprägt wurden: Afrique du Sud mitten in der Apartheid und das sowjetische Weißrussland nach Tschernobyl. Ihre Gespräche über Nationalität, Orte und historische Umstände führten zu einer Performance, die ihre individuellen und gemeinsamen Wege nachzeichnet, von ihrem Geburtsjahr 1976 bis zu ihrem Treffen 1997. Aus Archivaufnahmen, politischen Reden und persönlichen Klangerinnerungen bauten sie eine reiche Klangcollage. Diese spielte eine eigenständige Rolle in der Performance, wie ein „dritter Tänzer“, der zwischen historischer Perspektive und physischer Gegenwart schwankte. Heute, im Jahr 2026, besuchen die Choreografen das Werk erneut und laden sechs neue Interpreten einer anderen Generation ein. Sie kommen aus Brasilien, Palästina, Irland, Afrique du Sud und Belgien und sind alle um 1992 geboren. Diese neue Kreation, Darling(s), erweitert die ursprüngliche Basis und hinterfragt die persönlichen und politischen Wege der Interpreten zwischen 1992 und 2026. So weben sie erneut ein kollektives Klanggewebe, in dem ihre gelebten und geerbten Geschichten widerhallen. Darling(s) erkundet die Art und Weise, wie wir über Unterschiede, Distanz und Zeit hinaus zuhören. Das Stück bietet eine Meditation über die unsichtbaren Fäden, die uns verbinden, wo parallele Geschichten nebeneinander ablaufen und sich in den Archiven, den Klängen und den verkörperten Erinnerungen kreuzen. Die Performance betrachtet den Körper als dynamischen Bereich, in dem soziopolitische Erzählungen aufeinandertreffen, mutieren und sich verankern. Das Publikum ist Gast einer Sitzung zu einem Akt des transhistorischen Zuhörens, der enthüllt, wie persönliche und kollektive Vergangenheiten weiterhin in der Gegenwart widerhallen.