„These Are the Days, My Friend.“ Collegium Vocale, Ictus and Moor Mother machen Zeit in einer musikalischen Reise greifbar, die bei Ihnen bleibt. Entstanden Mitte der 1970er Jahre, markierte Einstein on the Beach einen radikalen Bruch mit dem, was Oper bis dahin gewesen war. Philip Glass and Robert Wilson schuf kein Stück über Einsteins Leben, sondern über Zeit, Denken und Wahrnehmung. Keine Handlung, keine Psychologie. Stattdessen: Zählen, Puls, Wiederholung. Zahlen werden gesprochen. Musikalische Figuren kehren mit leichten Verschiebungen zurück. Szenen folgen aufeinander ohne Erklärung oder Auflösung. Collegium Vocale Gent and Ictus nehmen die Präzision des Werks kollektiv in Angriff, unter der Leitung von Tom De Cock. Die Musik erfordert exaktes Zählen, genaues Zuhören und ständiges Anpassen. Moor Mother schließt sich ihnen an und greift mit Text und Stimme in die Partitur ein. Aus Poesie, Hip-Hop und experimentellem Sound schöpfend, stellt sie Sprache gegen die strengen Muster des Werks und durchbricht die Wiederholung mit einer Präsenz, die direkt, poetisch und in der Gegenwart verankert ist. Drei Monate vor der Uraufführung des Werks im Jahr 1976 hatte auch Music for 18 Musicians von Steve Reich seine Premiere, ein weiteres Stück, das auf Puls und allmählicher Veränderung basiert. Zusammen markieren sie einen Moment, in dem Komponisten aufhörten zu fragen, was Musik bedeutet, und begannen zu fragen, was sie mit der Wahrnehmung über die Zeit macht. On Saturday 26. September können Sie Music for 18 Musicians live während des Festivals erleben. Heute, fünfzig Jahre später, bleiben beide Werke in ihrer Wirkung präzise. Sie verändern, wie Zeit gefühlt, geteilt und aufrechterhalten wird. Eine Reise durch die Dauer, in der sich die Zeit lockert, dehnt und Sie kurzzeitig loslässt.