„What we used to eat, we now put on your feet!“ In shoe/farm – einem Familienbetrieb – verschmelzen „Schuhladen“ und „Bauernhof“ zu einem fiktiven Familienunternehmen. Malerische Szenen porträtieren einen Bauernhof, auf dem Schuhe gezüchtet, geerntet, gebrandmarkt und verkauft werden.
Als Töchter eines Schuhladens und eines Bauernhofs stellen sich Oshin Albrecht und Melissa Mabesoone Fragen darüber, wie familiäre Bindungen und Herkunft Vorstellungen über Arbeit, Klasse und Geld beeinflussen. Was bedeutet es, neben „Kind von“ auch Erbe zu sein? Homegrown und Selfmade?
In ihrer ersten Gruppeninszenierung für die Blackbox vergegenwärtigen sie eine vierköpfige Familie und ein Team, das Aufgaben am Fließband erledigt. Aus einer Sammlung von Clogs, Glasstiefeln und Jeansschuhen werfen sie ein Licht auf fetischistische Beziehungen zum Schuh und überlegen, wie es wäre, in den Schuhen anderer Leute zu stecken: vom Geringverdiener in der Schuhfabrik bis hin zum Have-it-all-Fashionista. Auf spielerische und vielschichtige Weise manövrieren sie vom vorindustriellen Zeitalter zum Spätkapitalismus.
Die Aufführung bewegt sich zwischen Musiktheater, bildender Performance und Choreografie; mit Instrumenten und Requisiten, die Teil der Szenografie sind, formen sie Musik, Klang und Rhythmus aus arbeitsbezogenen Handlungen und Bandarbeit.