Minnie Maes ist klein und grau. Sehr grau. Eigentlich die graueste Maus, die es gibt. Sie hinterlässt keine Spuren, so minim ist Minnie. In einer Welt, die immer härter und hässlicher wird, oder wie sie sagt, „hardelijker“, zieht Minnie sich zurück. In Molenstraat 103 Bus 5 ist sie Kaiserin. Dort schwingt sie das Zepter. Dort brennt sie ihre Mäusigkeit weg und regiert ihr Gemüt. Und sonst? Kopf ab. Aber darf sie Feuer speien in einer Welt, die schon brennt? Oder wird sie dann das, was sie verabscheut: ein Jäger, ein Vertreiber, ein Kolonist? Wird sie dieser Mann auf imperialistischem Siegeszug, mit nur verbrannter Erde in seinem Kielwasser? Und wer heilt dann die Wunden? Veerle Baetens und Bo Spaenc suchen nach einer möglichen Antwort. Veerle verkörpert Minnie. Sie gibt ihr eine Stimme. Bos Musik webt sich durch ihre Worte und bildet eine zweite Stimme in Minnies Universum. Hier, ich als Kaiserin ist ein musikalischer Monolog über Einsamkeit, Macht und Zweifel. Darüber, wie laut es in einem Kopf klingt, der zu viel fühlt. Über den beängstigenden und befreienden Akt, Raum einzunehmen. Und darüber, was passiert, wenn die Welt unerwartet wieder vor deiner Tür steht.