Freimaurerei ruft Bilder von geschlossenen Türen und Flüstern in Hinterzimmern hervor, aber hinter den Symbolen verbirgt sich ein reiches Erbe an Sinnstiftung, Bürgerschaft und Vorstellungskraft. In Brussel beherbergt ein Museum, das diese Wirklichkeit sichtbar macht: ein neoklassizistisches Haus, in dem permanente und temporäre Ausstellungen die Geschichte der Freimaurerei in Belgien mit ihren universellen Werten verbinden. Die Führung beginnt manchmal mit der Frage, warum jemand Freimaurer wird. Die Antworten scheinen auseinanderzugehen, teilen aber einen Kern: das Streben nach Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Das Museum erweckt dieses Suchen zum Leben. Das Ziel ist nicht Seelenfang, sondern Entmystifizierung: zu zeigen, dass Freimaurerei eine Methode ist, um am rauen Stein seiner selbst zu arbeiten. Ein überraschender Höhepunkt des Besuchs ist der Komplex mit neo-ägyptisierenden Tempeln, darunter ein kontinentaler Riese von 400 Quadratmetern. Besucher erfahren dort erst, was Symbolik bewirkt, wenn Architektur, Ritual und Licht gemeinsam eine Geschichte erzählen. Unser Führer ist Ives Verheyleweghen. Er ist Arzt von Beruf und mit dem Museum der Freimaurerei (www.mbfm.be) verbunden. Für das Willemsfonds Brussel schrieb er unter dem Pseudonym Alistair Dempsig eine feine Biografie über den Dichter und liberalen Politiker Emanuel Hiel. Kürzlich war Ives Verheyleweghen zu Gast in „Vrijmetselaars Podcast“. (Folge 46: auf https://vrijmetselaarspodcast.substack.com/ auf Spotify). Ein fesselndes Kennenlernen. Er kann leidenschaftlich über die reiche Geschichte der Freimaurerei in Brüssel erzählen.