Die musikalische Standortaufführung De blauw analysiert, wie die Polizei heute arbeitet. Basierend auf Interviews mit Polizisten, Kriminologen, Jugendarbeitern und Jugendlichen aus Gent. Gespielt von Serdi Faki Alici und Armin Mola . Sobald etwas „schiefgeht“, wird die Polizei gerufen. Polizisten im Einsatz werden mit unterschiedlichsten Dingen konfrontiert: von illegaler Müllentsorgung über Obdachlose und Lärmbelästigung bis hin zu Drogenkriminalität. Die Ausbildung zum Polizisten dauert in Belgien nur ein Jahr, doch einmal im Dienst trifft die Polizei auf komplexeste Situationen. Wie bestimmt ein Polizist eigentlich, was „verdächtig“ ist und was nicht? Wie sorgt man als Gesellschaft dafür, dass nicht immer die verletzlichsten Menschen verfolgt und festgenommen werden? Und kann die Polizei überhaupt für jeden da sein? Nicht umsonst stand die Polizei in den letzten Jahren regelmäßig in der Kritik. Es gibt die unklaren Beschwerdeverfahren, Polizisten, die selten vor Gericht erscheinen, die Fälle von ethnischem Profiling und erniedrigenden Behandlungen… Gleichzeitig scheinen wir manchmal zu vergessen, dass die Polizei auch nur aus Menschen besteht, die unter großem Druck „Split-Second“-Entscheidungen treffen müssen, oft mit traumatischen Folgen. Nicht nur für Bürger, sondern auch für die Polizisten selbst. De blauw schafft ein vielstimmiges und vielschichtiges Porträt einer Gesellschaft in der Krise, denn am liebsten wollen wir so wenig Regeln wie möglich, aber gleichzeitig punktet der Sicherheitsdiskurs wie nie zuvor. „Mehr Blau auf der Straße!“, heißt es von allen Seiten, aber ist das wirklich, was wir wollen? Und wer wird davon am ehesten zum Opfer? Das Stück wird draußen gespielt; von Schulhöfen bis zu Parks, von Jugendeinrichtungen bis zu sogenannten „Problemorten“ in verschiedenen Vierteln in Flandern. Das Bühnenbild besteht aus einem Kleinbus, der überall aufgeklappt werden kann und sich so in eine Kulisse verwandelt.