Ich habe zwei Zuhause.
AMAI.
Über meinem einen Haus wohnen zwei Dinos, die adoptiert sind.
Neben meinem anderen Haus wohnen drei Omas, da wird viel telefoniert.
Die Baukräne wohnen dazwischen, das ist eine neue Patchwork-Familie.
SPEZIELL.
Die Menschen in meiner Stadt bilden wunderbare Familien mit immer einem Teller Essen zu viel, einer Schulter zum Trösten übrig und einem Pfannkuchenritual!
CHAPEAU!
Amai Speciaal Chapeau geht von einem einfachen, aber kraftvollen Gedanken aus: Familien existieren in allen Formen und Größen. Es ist eine Ode an alles, was ‚anders‘ ist.
Karlien Torfs und Nikolas Lestaeghe machen eine Vorstellung, die in ihrem eigenen Leben verwurzelt ist, einem Leben, in dem sie als gute Freunde gemeinsam eine Tochter erziehen. Aus den vielen Fragen, die Menschen zu ihrer Familienkonstruktion haben, und ihrem Ehrgeiz, das ‚Normale‘ in Frage zu stellen, entsteht Amai Speciaal Chapeau. In einer Welt, in der das Häuschen-Gärtchen-Kindchen-Familienmodell wieder zur Norm wird, suchen sie nach Wegen, wie sie ihr eigenes Leben in ihrer Realität gestalten können, die nicht mit diesem Modell übereinstimmt. Sie machen die Vorstellung für ihre Tochter, die zum Zeitpunkt der Premiere drei Jahre alt war, und für alle anderen Dreijährigen. Wie ausgelassen vielseitig sie sich auch entfaltet, auf leere Willkür wirst du sie nicht ertappen.
Amai Speciaal Chapeau ist keine bloße kreative Animation ‚für Kinder‘, sondern vor allem auch für die Macher ein Projekt, in dem ihr Herz liegt. Das spürst du. Das merkst du auch an der Findigkeit hinter jedem Detail, wie die Schafe, die von zwei getrennten Berggipfeln ‚mähähäh‘ und ‚bähähäh‘ gegeneinander singen: die ganze Individualisierung und Polarisierung dieser Epoche in einem Bild. Ja, das geht! Durchdachte Einfachheit ohne Simplismus oder Essentialismus: das ist es, was Kleinkindertheater besonders macht. Diese Vorstellung von De Maan und 4hoog hat es voll drauf.
- Wouter Hillaert, pzazz
Bleib nach der Vorstellung noch kurz für einen kreativen Workshop und Pfannkuchen!