Im 19. Jahrhundert wurde die Schullandschaft durch das Schulgesetz von 1842 gesetzlich geregelt. In den meisten Dörfern gab es 1879 Gemeindeschulen und hier und da war noch ein privater Schulmeister tätig. Das Schulgesetz von 1879, das den Religionsunterricht aus dem Programm der Gemeindeschule strich, veranlasste die belgischen Bischöfe, ihre Pfarrer anzuweisen, in ihren Pfarreien eine Alternative zu den offiziellen Schulen bereitzustellen. Unerwartet hatte die Schulaktion der belgischen Kirche großen Erfolg. In Limburg schossen die katholischen freien Grundschulen wie Pilze aus dem Boden. Hier liegt der Ursprung der heutigen Grundschullandschaft mit gemischten freien Schulen in den meisten Dörfern. Statistiken zeigen, dass viele Gemeindeschulen 1884, als das Schulgesetz von 1879 abgeschafft wurde, verschwanden und durch freie katholische Schulen ersetzt wurden. Andernorts blieb die kommunale Jungenschule bestehen und der Unterricht für Mädchen wurde von freien Klosterschulen übernommen. Hinter diesen Statistiken verbarg sich ein harter Kampf mit vielen persönlichen Dramen. De Rijksarchivaris erzählt uns von diesen faszinierenden Jahren in der Geschichte der Dörfer von Tongeren-Borgloon. Gemeinsam betrachten wir die Absicht des Schulgesetzes von 1879, den sozialen Kontext, in dem es umgesetzt wurde, die Reaktionen der Menschen in unseren Dörfern und die Faktoren, die es – aus liberaler Sicht – scheitern ließen. Die Vorträge in Zusammenarbeit mit dem Koninklijk Limburgs Geschied und Oudheidkundig Genootschap (KLGOG) finden im Auditorium des Gallo-Romeins Museum statt und beginnen um 19.30 Uhr.