Katrien Baerts ist Judith und Thomas E. Bauer ist Blaubart in dieser Aufführung für Ensemble von Bartóks einziger Oper. Bartók schrieb „Hertog Blauwbaards burcht“ im Jahr 1911 und zeichnete damit möglicherweise für die erste „Gothic“-Oper des 20. Jahrhunderts verantwortlich. Für diese neue Produktion bestellte Oxalys bei Siebe Thijs, einem Rising Star unter den flämischen Komponisten, eine Transkription der gesamten Oper für Ensemble. Zusätzlich zu all dieser musikalischen Gewalt bringt Lise Bruyneel eine Live-Verfilmung dieses halluzinanten Abstiegs in die menschliche Psyche. Die Burg von Herzog Blaubart hat keine Fenster, die Mauern weinen. Das Gebäude seufzt, atmet und stöhnt wie ein lebendiger Körper. Judith ist nichts weiter als die Stimme von Blaubarts verwundetem Unterbewusstsein. Oder die von Béla Bartók? Bartók komponierte seine einzige Oper 1911 auf ein ungarisches Libretto von Béla Balázs. Das Ergebnis war viel dunkler und gespaltener als das ursprüngliche Märchen von Charles Perrault. Aufbauend auf einer langen Tradition verfilmter Versionen dieser Oper präsentiert diese Produktion eine musikalische Bearbeitung für Ensemble von Siebe Thijs, mit einer Videoperformance von Lise Bruyneel. Wir folgen Judith live, während sie in der Burg umherwandert, erleben ihre Umherirrungen auf den Treppen, ihre Ängste, ihre Zögerlichkeiten, ihre Entschlossenheit. Wir entdecken gemeinsam mit ihr das Rätsel der geschlossenen Türen und entdecken unerwartete Welten in hellen Farben, bevor wir zu endlosen Gängen zurückkehren. Das Seufzen, das Wehklagen ist ein immer wiederkehrendes Motiv in Bartóks Oper. Auf Anfrage von Oxalys schrieb Komponist-Arrangeur Siebe Thijs eine kurze Pre-Ouvertüre, ein kammermusikalisches Pendant, in dem er das Seufzermotiv analysiert und in einen konzeptionellen Kontext stellt. Programma Siebe Thijs - sighs, breaths, whispers, moans (Welturaufführung) (2026) für Flöte, Klarinette, Viola & Perkussion Béla Bartók - Hertog Blauwbaards burcht (1911) (arr. Siebe Thijs - 2026) für Sopran und Bass, 2 Violinen, Viola, Cello, Kontrabass, Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott, Horn, Trompete, Posaune, Harfe & 2 Perkussionisten Mezzosopraan Katrien Baerts | Bas Thomas E. Bauer | Ensemble Oxalys | Dirigent Johannes Witt | Komponist-Arrangeur Siebe Thijs | Live-Video Lise Bruyneel