Die Grille, die sich lieber Flierefluiter nennt. De Verlangslang, die sehnsüchtig und träumend nie ihre Reise beginnt. De Meningsverschildpad, der sich in einen Vogel verliebt, der ihm liebevoll widerspricht. Und natürlich der Wijsbeer, der philosophierend am viel zu heißen Strand strandet. Eine Fabel ist laut Wörterbuch eine kurze Geschichte, die eine allgemein bekannte Wahrheit anhand eines treffenden Beispiels verkündet. Aber existieren diese Wahrheiten noch in einer Welt, in der wir uns immer häufiger uneins sind? In der wirbelnden musikalischen Vorstellung Fabels wird die Probe aufs Exempel gemacht. Spieler, Musiker und Publikum machen gemeinsam eine aufregende Reise: springend durch den Wald, wühlend in der Wüste, mit dem Fluss treibend, landend auf dem Vulkan, fliegend über eine Eisscholle und strandend an der Küste. Jahrhundertealte Geschichten werden durcheinandergewirbelt, beschnitten und wieder zusammengeklebt, mit einem Gefolge von wunderbaren Begegnungen zwischen ebenso wunderbaren Wesen als Folge. Verbirgt sich dort die Wahrheit? Componisten Osama Abdulrasol und Erik Desimpelaere schaffen zusammen mit Naomi van der Horst, Sophia Bauer, Ibe Rossel und Sarah Yu Zeebroek Staunen über die Kraft und die Bedeutung der großen Geschichten. Innerhalb dieser Ode an die klassische Tierfabel verschmelzen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Eine oft humorvolle Reise in Zeit und Raum, bei der jede Geschichte ihre melancholische Musikalität oder theatralische Wildheit verdient.