Die Ausstellung besteht aus drei Fotoserien, die aufeinander antworten und doch unterschiedlich sind: „Célébrités“ sind Porträts von Schafen, Lämmern und Widdern im Studio, die so die Individualität jedes Einzelnen hervorheben. Présumés Innocents zeigt, wie in einer Reportage, die Schafe auf den Weiden. Die Maske auf ihren Augen schützt ihr Recht am eigenen Bild; es sind Individuen, die noch als unschuldig gelten! „Champ d’honneur“ ist der Ort, an dem das Opfer massenhaft stattfindet; die Fügsamkeit gegenüber ihrem Herrn macht sie schuldig. Diese drei Serien werden auf einem fortlaufenden Band präsentiert, was einen repetitiven Rhythmus erzeugt, der die Vielfalt und Ähnlichkeit des Gruppenverhaltens veranschaulicht. Der Künstler lässt sich vom berühmten „Panurge-Schaf“ inspirieren, einer Figur aus dem Buch von François Rabelais, die veranschaulicht, wie Individuen dazu neigen, der Gruppe ohne nachzudenken zu folgen. Aber auch von wissenschaftlichen Forschungen über Menschenmengen, die Ende des 19. Jahrhunderts von G. Le Bon, W. Trotter und Sigmund Freud durchgeführt wurden. Geschichte und Aktualität erinnern uns regelmäßig daran: Wenn man in der Menge untertaucht, wird es schwieriger, Abstand zu wahren und selbstständig zu denken. Behörden und Manipulatoren nutzen diese Tendenz durch Überzeugung, Charme, Hochstapelei oder Gewalt aus. Diese Ausstellung lädt uns zum Nachdenken ein: Ist es das Vergessen, das die Geschichte wiederholen lässt? Die Angst, isoliert zu sein, die uns dazu treibt, anderen zu folgen? Oder versuchen manche bewusst, die Unwissenheit aufrechtzuerhalten, um die Gruppe zu kontrollieren?