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Da Vincilezing: Auf wen hört der Kaiser? Lobbying im Romeinse Keizerrijk Event

Da Vincilezing: Auf wen hört der Kaiser? Lobbying im Romeinse Keizerrijk

Mi., 17. Juni 2026
Koninklijke Vlaamse Academie van België voor Wetenschappen en Kunsten, Brussels
Anno 2024 sind bei der Europese Unie mehr als 13.000 Lobbyorganisationen registriert, von kleinen NGOs bis zu einflussreichen industriellen Interessengruppen. Obwohl Lobbying heute oft mit Argwohn betrachtet wird, betonen Politikwissenschaftler, dass es auch zu einer besser informierten Entscheidungsfindung beitragen kann. Diese Vorlesung stellt eine grundlegende Frage in einer historischen Perspektive: Auf wen hörte der Kaiser im späten Romeinse Rijk, und über welche Kanäle wurde er beeinflusst? Obwohl das Altgriechische und Lateinische keinen direkten Begriff für „Lobbying“ kennen, waren Versuche, politische Entscheidungen zu steuern, allgegenwärtig. Auffällig ist, dass in der Late Oudheid (4.-6. Jh. n. Chr.) eine solche Beeinflussung oft über Briefe verlief. Dank des außergewöhnlich reichen Korpus an überlieferten Korrespondenzen bietet diese Periode einen einzigartigen Einblick in informelle Machtausübung innerhalb eines scheinbar stark zentralisierten kaiserlichen Systems. Anhand von drei Fallbeispielen analysiert diese Vorlesung, wie Lobby-Praktiken funktionierten. Die Petition von Orcistus an Kaiser Konstantin zeigt, wie lokale Gemeinschaften erfolgreich auf kaiserliche Prioritäten eingingen. Die Kontroverse um den Altar der Siegesgöttin in Rom illustriert die Bedeutung von Netzwerken, Kommunikationsgeschwindigkeit und politischer Strategie. Die Lobby-Kampagnen von Bischof Porphyrius van Gaza schließlich machen deutlich, wie Implementierungsprobleme, kaiserliche Realpolitik und einflussreiche Höflinge den Entscheidungsprozess mitbestimmten. Diese Beispiele zeigen, dass kaiserliche Macht im spätantiken Reich weniger monolithisch war als oft angenommen: Entscheidungsfindung kam in einem dynamischen Spannungsfeld von Informationen, Interessen und Zugang zustande. Gleichzeitig macht diese Analyse deutlich, dass trotz der breiten Partizipationsmöglichkeiten in der Theorie die Ungleichheit bei Ressourcen und Netzwerken auch damals schon bestimmte, wer wirklich gehört wurde.
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Veranstaltungsort
Koninklijke Vlaamse Academie van België voor Wetenschappen en Kunsten
Palais des Académies - r. de Hertog, 1, 1000 Brussels
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