In der Hoffnung, einen geselligen Moment zu verbringen, organisiert Léa ein Abendessen unter Freunden. Thomas, ihr depressiver Lebensgefährte, besucht sein Büro seit mehreren Monaten nicht mehr. Auf den ersten Blick ist die Idee, seinen Kollegen Antoine, seine Frau Marie und einen dritten Begleiter, Sami, willkommen zu heißen, eher erfreulich. Aber als Thomas eine Ankündigung macht, die ebenso schrecklich wie unpassend ist, nimmt das Abendessen beängstigende Züge an… Mit Humor und Wildheit sondiert On est sauvage comme on peut die menschlichen Einsamkeiten und entdeckt hinter den Konventionen und dem Ungesagten einen immensen Lebenshunger. Warum fühlen wir uns manchmal so isoliert inmitten anderer Gäste? Was spielt sich ab, jenseits der scheinbaren Normalität der ausgetauschten Worte? Welche unerträglichen Subtexte, welche Machtverhältnisse, welche unterdrückte Gewalt? In dieser Tragikomödie verschärfen die Schauspieler mit Vitalität und Agilität die Dynamiken, die in den sozialen Beziehungen am Werk sind. Vom Realismus bis zum Absurden vertreiben sie die schreckliche Banalität des Lebens. Und was, wenn die Wahnsinnstaten Versuche wären, die Helden und Heldinnen unseres eigenen Lebens zu werden? Im Rahmen einer Retrospektive zum zehnjährigen Jubiläum des Collectif Greta Koetz programmiert das Théâtre Les Tanneurs vom 7. bis 10. April „Le mal du hérisson“ und das Varia „On est sauvage comme on peut“, ihre erste Kreation. Wie hat sich die heutige Gesellschaft der in der Erzählung präsenten Themen bemächtigt? Wir freuen uns darauf, die Neuschöpfung dieses Jugendstücks, das ebenso frei wie kraftvoll ist, willkommen zu heißen und seine neuen Resonanzen zu entdecken. Retrospektive präsentiert mit dem Théâtre Les Tanneurs.