Sie hat Grübchen in ihren Wangen und im Sommer mehr Sommersprossen als ich. Sie hat einen durchdringenden Blick, mit Augen, die hinter die Blicke anderer schauen. Das sieht man sogar auf Fotos. Die Kamera schaut sie an und sie schaut zurück. Nicht unbeschwert. Ich auch nicht. Aber wir lächeln in die Kamera, denn so war das in den 90er Jahren. Sie hält mich im Sand aufrecht. Und ich sie manchmal auch. Mira Bryssinck erforscht in „Iemands zus“ die Auswirkungen einer Behinderung auf das Familienleben. Anhand von Interviews mit Menschen mit einer Behinderung und ihren Geschwistern, intimen Gesprächen mit Familienmitgliedern, Ausschnitten aus alten Sammelalben und anderem Dokumentationsmaterial untersucht sie die Grauzonen zwischen Pflege erhalten und Pflege leisten. Wie wächst man mit einer Behinderung neben jemandem ohne Behinderung auf? Und wie formt dies eine Familie? Wie schaut die Gesellschaft darauf? Auf der Bühne bekommen wir eine (fiktive) Erzählung über zwei Schwestern, eine mäandernde und filmische Coming-of-Age-Geschichte, ergänzt durch wunderschöne Zeichnungen und ein wenig Musik. Wir präsentieren „Iemands zus“ in Zusammenarbeit mit Het Bruispunt für Inklusion Limburg, einer Kooperation zwischen De Roze Bink, Onze Nieuwe Toekomst, GRIP vzw und Avansa Limburg. Konzept, Text & Spiel Mira Bryssinck / Musik Simon Raman / Dramaturgie Fred Libert / Textcoaching Laura Vroom / Dolmetscher VGT Kristien Desmettre / Spielcoaching Loes Swaenepoel / Bild Estelle Demaré / Kostüme Pauline Verminnen / Licht & Ton Fenna Maes / Koproduktion Trans Europe Halles, Creative Europe, VONK & Zonen / mit Unterstützung von GRIP vzw & De Studio / mit Dank an Fien Vanhaverbeke, Karen Flecken, Maia Janssens, Meron Janssens, Briek Janssens, Saartje Vandenbroucke, Liesbet De Waele, Werner Leemans, Flor Dierens & Eva Bryssinck, Ultima Thule & NTGent parhasardcollectief.be