Avec Manifestus, der italienische Choreograf Jacopo Jenna ergreift die Hand wie eine Verbündete, die in der Lage ist, eine Vielzahl von Wegen zu eröffnen, um sich in Bewegung zu setzen. Als wahrer choreografischer Motor dieses Manifests entfaltet sich dieses Handspiel, um das Kanvas eines energischen Trios zu weben, das sich ständig weiterentwickelt. Die Hand ausstrecken, sie heben, ein Zeichen geben: Alles, was sich unter unseren Fingern artikuliert, ist ein wesentliches Mittel zum Austausch unserer Gedanken, unserer Zustände, unserer tiefen Eindrücke. Als erste Schnittstelle unserer Beziehungen zur Welt dialogisiert die Hand in ihrer multifunktionalen Singularität hier mit einer präzisen Schrift. Aus dem Vokabular der urbanen Tänze (wie Finger-Tutting, Popping, Flexing) schöpfend, baut sich die Partitur aus fragmentierten Gesten, geometrischen Linien und gemeißelten Rhythmen auf. Die drei Interpreten, Simone De Giovanni, Petra Audrey Mangoua Youaleu und Phex, verleihen einer Bewegung Körper, die sich ausbreitet, antwortet, sich aus ihrer eigenen Sensibilität heraus verwandelt und den Raum ständig neu zeichnet, zum Klang der Elektro-Musik von Alberto Ricca aka Bienoise. Indem das Stück sichtbar macht, was uns antreibt, spielt es mit den verschiedenen Bedeutungen von „Manifest“, einem Wort, das die Hand bereits an seiner Wurzel trägt.