In der Dokumentation In the Vietnamese Hair, Paper, Water… betreten Sie eine unbekannte Welt, in der selbst ein fallender Wassertropfen zu hören ist. Die beiden Regisseure, Belgian Nicolas Graux und Vietnamese Trương Minh Quý, begleiten Cao Thị Hậu – die vor sechzig Jahren in einer Höhle geboren wurde – dabei, wie sie ihren Enkeln die vom Aussterben bedrohte Rục-Sprache beibringt: Wort für Wort, Erinnerung für Erinnerung. Es ist Kino als Übertragung – intim, geduldig und zärtlich. Eine alltägliche Geste erhält so viel Bedeutung wie eine Lebenslektion. Auf 16mm gedreht, wirkt der Film handgemacht, mit körnigen Bildern, die die Zeit greifbar machen. Der Ton ist essenziell: das Rauschen von Blättern, Schlamm und tropfendes Wasser erzeugen eine akustische Partitur, die die Sinne anspricht. Der Fokus verschiebt sich von intimer Beobachtung zu stiller Emotion, während familiäre Bindungen Generationen umspannen. Pflanzen, Heilmittel und alltägliche Handlungen erhalten Bedeutung als Gedächtnisstützen. Das Ergebnis ist ein poetisches, taktiles Familienporträt, in dem Sprache und Kultur lebendig bleiben. REGIE: NICOLAS GRAUX, TRƯƠNG MINH QUÝ; GENRE: DOKUMENTATION; 2026; VIETNAM, BELGIEN, FRANKREICH; 1H 11M; VIETNAMESISCH GESPROCHEN, MIT NIEDERLÄNDISCHEN UND FRANZÖSISCHEN UNTERTITELN