Historiker wissen nicht, ob Telemann and Rameau sich jemals tatsächlich getroffen haben, aber eines ist zweifellos: Beide Komponisten waren führende Meister des späten Barock, von denen jeder seinem eigenen Stil ein unvergleichliches Flair verlieh. In diesem Konzert bringt a nocte temporis Telemanns deutsche Klarheit in einen Dialog mit Rameaus französischer Raffinesse. Telemanns Die Tageszeiten ist der rote Faden. In vier kurzen Kantaten repräsentiert er einen ganzen Tag in Musik, wobei jeder Abschnitt eine Solostimme, ein bestimmendes Instrument und einen abschließenden vierstimmigen Chor enthält. Der Morgen (Morgen) strahlt frische Energie mit Sopran und Trompete aus, was die ersten Sonnenstrahlen fast greifbar macht. In Der Mittag (Mittag), der Mezzosopran wird von einer warmen Viola da Gamba begleitet, perfekt für das träge, goldene Mittagslicht. Der Abend (Abend) erzeugt ein Gefühl der Ruhe mit einem Tenor, umgeben von zwei sanften Traversflöten. Die Nacht (Nacht) schließt mit tiefen Basstönen, getragen von den dunklen Klängen zweier Oboen und eines Fagotts – eine Evokation von Stille, Schatten und Geheimnis. Zwischen diesen Segmenten führt a nocte temporis Szenen aus Jean-Philippe Rameaus Opern auf. Auch er malt den Morgen, Mittag, Abend und die Nacht, aber mit der theatralischen Grandeur des französischen Hofes. Das Ergebnis ist ein lebendiger musikalischer Dialog über Licht, Zeit und die menschliche Vorstellungskraft – eine 24-Stunden-Reise durch die Barockzeit, in der Telemann and Rameau einander mit überraschender Natürlichkeit ergänzen. Programma
Georg-Philipp Telemann, Die Tageszeiten Jean-Philippe Rameau, Opernauszüge Bio
Tenor Reinoud Van Mechelen gründete a nocte temporis im Jahr 2016. Das Ensemble begann als Kammermusikgruppe und hat sich seitdem zu einem Barockorchester entwickelt. a nocte temporis erhielt positive Kritiken für ihre CDs mit Musik von u.a. Johann Sebastian Bach and Marc-Antoine Charpentier. Ihr Album mit Musik von Louis-Nicolas Clérambault hat mehrere Preise gewonnen, darunter CHOC de Classica, Diapason d’or, Diamant d’Opéra and Le Choix de France Musique.