Die Ausstellung „RAW“ erforscht die Begegnung zwischen dem Weiblichen und dem Fleischkonsum, indem sie unsere Ernährungsvorstellungen durch das Prisma der Körper und des Lebendigen hinterfragt. Eingebunden in einen feministischen und antispezistischen Ansatz, inspiriert sich die Praxis von Toscane ThieXry an The Sexual Politics of Meat (1990), einem Werk von Carol J. Adams, das die Verbindungen zwischen Spezismus und Sexismus beleuchtet. Die Autorin entwickelt darin den Begriff der „abwesenden Referenten“ zur Bezeichnung von Frauen und Tieren, deren Unsichtbarmachung die dem patriarchalen Strukturen eigenem Gewaltmechanismen offenbart. An der Schnittstelle von Fotografie, Skulptur und Installation untersucht die Künstlerin die Art und Weise, wie Bilder unsere Wünsche, unser Verhalten und unsere Beziehung zum Lebendigen formen. Der Titel „RAW“ evoziert rohes Fleisch, Blut und Haut, während er gleichzeitig eine Umkehrung des Blicks suggeriert: eine symbolische Ausweidung vorgefasster Meinungen und eine Infragestellung der Herrschaftssysteme.