JOY BOY ist eine filmische Hommage an den visionären Komponisten, Pianisten und Aktivisten Julius Eastman (1940–1990). Mit seinen kompromisslosen minimalistischen Kompositionen und seiner ausgesprochenen politischen Position als schwarzer, homosexueller Künstler entwickelte sich Eastman zu einer der radikalsten Stimmen innerhalb der zeitgenössischen Musik. Sein Werk ist zugleich musikalisch innovativ, persönlich und unnachgiebig. In vier Kapiteln, jedes inspiriert von einer von Eastmans Kompositionen, verwebt Joy Boy Film, Performance, Choreografie und Klang zu einer geschichteten audiovisuellen Erfahrung. Archiefopnames van Eastmans Stimme verbinden die verschiedenen Teile und lassen seine Ideen, seinen Humor und seine Kampfeslust wieder zum Leben erwecken. Der Film wurde von einem transnationalen Kollektiv aus sechs Filmemachern und Künstlern gemacht, die jeweils aus ihrer eigenen Praxis eine Antwort auf Eastmans Vermächtnis formulieren. Ihre unterschiedlichen Perspektiven bilden zusammen eine reiche und vielstimmige Ehrerbietung an einen Künstler, der die Grenzen zwischen Kunst, Politik und Identität nachhaltig verschoben hat. Joy Boy ist ein Film über Widerstand und Verletzlichkeit, über Kollektivität und künstlerische Freiheit. Eine sinnliche Erfahrung, die Eastmans radikales Erbe nicht nur gedenkt, sondern auch weiter resonieren lässt.