Bart Coen & Mario Sarrechia, Barock ohne Kanonstress: die Parensi-Papiere
Fr., 11. Dez. 2026 · 20:00
AMUZ, Antwerp
€5–20
Im Jahr 1880 taucht in Parma ein Manuskript mit dem herrlich nüchternen Titel Sinfonie di varij autori auf. Keine großen Ansprüche, wohl aber mehr als zwanzig Sonaten für Blockflöte und Basso continuo, gesammelt vom Händler-Musiker Paolo Antonio Parensi. Zwischen 1705 und 1725 notierte er, was in Norditalien trendy war: Corelli und Albinoni, aber auch Valentini, Sarri und Komponisten, bei denen heute kaum noch eine Glocke läutet. Einige Werke sind nirgendwo anders überliefert. Bart Coen und Mario Sarrechia öffnen die Zeitkapsel mit neugierigen Ohren und fingerfertiger Präzision. Bearbeitungen von Geigen- und Oboensonaten wechseln sich ab mit Stücken, die explizit für Blockflöte geschrieben wurden. Und über Fiocco – einen Brüsseler mit italienischem Flair und französischer Eleganz – bekommt die Geschichte auch noch einen belgischen Nachklang. Leb wohl Kanon: endlich bekommen wir nicht nur die Spitze des Eisbergs, sondern auch die faszinierende Unterwasserlandschaft zu sehen!