Mahmoud ist ein junger, schwuler, arabischer Teenager aus prekären Verhältnissen, der die Abwesenheit seines Bruders, der beim Fußball ist, nutzt, um in ihrem gemeinsamen Zimmer ein wenig Freiheit zu genießen. Dort, in diesem engen Raum, taucht er in seine eigene Welt ein, ein Universum, das vom Repertoire von Beyoncé geprägt ist, die seine Einsamkeit begleitet. Inmitten eines kleinen Zimmers in blassrosa Tönen scheint Hakim Bouacha gut ein Dutzend Charaktere aus seinem Hut zu zaubern. Mit einem um den Hals gebundenen Schal, einer leicht aufgesetzten Schnoddrigkeit oder einer karikaturhaften Haltung ahmt er amüsiert diejenigen nach, die sein Leben bevölkert haben. Von Erinnerung zu Erinnerung, von Klischee zu Klischee legt er humorvoll die Stigmata offen, die er am eigenen Leib erfahren hat. Er gesteht, sich einige davon zu eigen gemacht und mit anderen gerungen zu haben, doch diese Stereotypen sagen mehr über diejenigen aus, die sie hervorgebracht haben, als über den jungen Mahmoud. Ein ganzes Universum erwacht unter den Zügen des genialen Schauspielers zum Leben, der ebenso bissig wie zärtlich ist. Seine Vertraulichkeiten werden durch Coverversionen unterbrochen, darunter die von Mylène Farmer, wobei er auf der Bühne verschiedene Register mobilisiert und das reiche Spektrum eines vielseitigen Interpreten offenbart. Ausgehend von den Stereotypen, die an einem haften bleiben, erlaubt sich Hakim Bouacha eine freie, berührende, respektlose, fast soziologische Fiktion über die Konstruktion einer komplexen Identität.