Met Bach Works in Mysterious Ways laden Boho Strings und Akkordeonist Gwen Cresens uns zu einer überraschenden musikalischen Reise ein, bei der Bachs zeitlose Konzerte mit dem warmen, beseelten Klang des Akkordeons verschmelzen. Die Musik, die wir heute als „klassisches Repertoire“ betrachten, war in Bachs eigener Praxis alles andere als statisch. Er überarbeitete ständig seine eigenen Kompositionen, passte sie für neue Besetzungen an, schrieb sie um und verfeinerte sie. Musik war für ihn kein Museumsstück, sondern lebendiges Material. Das macht den Schritt zu einer Aufführung mit Akkordeon weniger radikal, als es auf den ersten Blick scheint. Twee van Bachs kraftvolle Konzerte für Cembalo werden mit dem Basel-Konzert von Strawinsky, Villa-Lobos’ Bachianas Brasileiras Nr. 9 und dem brandneuen Konzert Betsubara van Gwen Cresens kombiniert. Was all diese Werke verbindet, ist kein einheitlicher Klang, sondern ein gemeinsamer Antrieb: das Bedürfnis, Musik immer wieder neu Bedeutung zu verleihen. Bach schrieb sich selbst um. Strawinsky suchte Halt in der Form. Villa-Lobos machte aus Bach einen Weltbürger. Und in Betsubara klingt dieselbe Neugier durch: Tradition nicht bewahren, indem man sie festsetzt, sondern indem man sie bewegen lässt. Das Ergebnis ist ein Konzert voller Energie, Entdeckung und purer musikalischer Freude.