Steve Reich: Music for 18 Musicians & ROLROLROL - Vorstellung der Nacht
Sa., 26. Sept. 2026 · 22:00
Muziekclub Wintercircus, Ghent
Letztes Jahr zog die Nacht der Fantasie durch die Museen am Citadelpark; dieses Jahr kehrt sie nach Einbruch der Dunkelheit zurück, mit Musik, die die Nacht nicht ausmalt, sondern unter Strom setzt.
Bevor Techno einen Namen hatte, baute Steve Reich mit Music for 18 Musicians bereits eine akustische Maschine aus Puls, Atem und sich langsam verschiebenden Mustern: straff komponiert, fast körperlich süchtig machend.
Danach nimmt ROLROLROL, das Duo von Jameszoo und Niels Broos, diesen Bauplan mit in den Club: Jazzreflexe, schräge Elektronik und glühende Grooves, in denen Präzision langsam in Rausch übergeht.
Music for 18 Musicians
Achttien Musiker bauen ein pulsierendes Klangfeld, das einen langsam einsaugt: straff, rhythmisch und unerwartet süchtig machend. Treten Sie ein in die Minimal Music von Steve Reich mit Het Muziek, HIIIT und Storm in a Jar.
Die Premiere von Music for 18 Musicians im Jahr 1976 bedeutete Reichs endgültigen Durchbruch. Von der ersten Minute an kommen Harmonien in Bewegung: reicher, voller, direkter als in seinem früheren Werk. Das Werk steht sofort unter Spannung.
1976 hörte dort nicht auf. Im selben Jahr zeichnete Philip Glass mit Einstein on the Beach die Oper neu, am 16. September können Sie dies live erleben.
ROLROLROL
Na Steve Reichs Spiel mit Millimeter für Millimeter verschiebenden Mustern kommt ROLROLROL, das Projekt von Produzent Jameszoo, alias Mitchel van Dinther, und Keyboarder, Jazz- und Elektronikmusiker Niels Broos. Ihr Album MUSIC klingt wie Musik nach einer schlaflosen Nacht: repetitive Grooves, Vocoder, Sci-Fi-Synths, Gummibasslinien und Melodien, die wie Arcade-Bilder auf nassem Asphalt aufblitzen. Spielerisch, präzise, leicht verstört. Hinter der Farbe steckt chirurgisches Timing; hinter dem Humor ein scharfes Ohr für Form, Textur und Entgleisung.
Tijdens Verbeelding der Nacht wird ROLROLROL zur Late-Night-Mutation von Reich. Puls, Muster und kollektiver Rausch verschieben sich zu Clubenergie, Jazzlogik und digitaler Reibung. Die straffe Komposition bricht auf. Die Maschine beginnt zu schwitzen. ROLROLROL schließt die Nacht ab wie ein hyperbunter Kurzschluss: irgendwo zwischen Post-Jazz, Clublogik und Cartoon-Science-Fiction, immer mit tödlicher Präzision. Minimal Music, aber mit Schweiß, Pixeln und einem Grinsen.