Sie hat einen Geschmack für Begegnungen. billie, 22 Jahre alt, schwarzer Pony und ein Blick, der kräuselt, trägt eine englische Landschaft gepaart mit einer französischen Sensibilität in sich. Es ist eine seltsame Mischung: die Legierung aus Rock und zärtlichen Worten, aus dem Tellurischen und dem Flug, aus der Sorge und der Unschuld. Es ist ein Verlangen nach anderswo, das schon früh in der Kindheit begann.
Seit ihrem 6. Lebensjahr singt billie und lernt Klavier bei ihrer musikalischen Familie. Gleichzeitig gewiegt vom Dream-Pop der Cocteau Twins, dem Post-Punk der Joy Divison oder dem experimentellen Rock der Velvet Underground, formt billie ihre Sensibilität auch durch den Kontakt mit den einzigartigen Stimmen der Ikonen Frankreichs, France Gall oder Françoise Hardy. Das Ansehen von Stop making sense, einem Dokumentarfilm der Talking Heads, ist für sie entscheidend: diese Freiheit des Tons, diese Fremdheit und dieser Anspruch, all das zieht sie an und führt sie, wie ein Leitstern.
Tatsächlich weiß billie schon Ende der Jugend, was sie jagt: eine Musik, in der sich der klare Fluss ihrer Stimme und die gesättigten Gitarren ihrer Vorstellungskraft treffen würden. Rock für Frauen, Riots in einem französischen Studio. Um all das vorzubereiten, studiert sie zwei Jahre an der American School of Modern Music, dann flieht sie nach England, wo sie ihre musikalische Technik verfeinert und mit lokalen Musikern arbeitet, die sie nach einer kleinen Anzeige in einem Forum getroffen hat. Die restliche Zeit? Sie zähmt ihre Einsamkeit und beobachtet Menschen in Cafés. Sie perfektioniert auch ihr Englisch, während sie Lieder auf Französisch schreibt. Darunter die 5 Stücke ihrer ersten EP J’avance. Lieder des Verlangens (Amy), der Melancholie (Ami imaginaire, Parle-moi parfois) und der Dringlichkeit (J’avance, La terre explose), Stücke, die gleichzeitig intim und generationell sind, deren instrumentale Richtung sie in London mit ihrem Freund Zacharie Berdugo (Ayrakaz), ebenfalls Musiker, präzisiert.
Nach ihrer Rückkehr nach Frankreich beendet billie die Produktion des Ganzen mit ihren Jugendfreunden Clément und Adrien von der Gruppe Kids Return, mit denen sie den Geschmack für organische Klänge teilt, aber auch den für kraftvolle Gesangsmelodien, für Höhenflüge, die sowohl mit Rock oder Pop als auch mit Punk flirten. Am Ende ergibt all das einen elektrischen und kontrollierten musikalischen Anstoß, ein abenteuerliches französisches Chanson, geprägt von einer britischen Respektlosigkeit. Here comes billie.