Elium (Elise de Falletans) - Manon Sarah Thirriot - 'What Grows in the Shadows'
Sa., 20. Juni 2026 · 12:00
Michèle Schoonjans Gallery, Brussels
Die Ausstellung What Grows in the Shadows bringt die Welten von Manon Sarah Thirriot and Elium (Elise de Falletans) in einer latenten Landschaft zusammen, in der Materie, Vegetation und Erzählung aus Rückzugszonen hervorgehen. Durch ihre jeweiligen Praktiken erforschen beide Künstler, was sich abseits des Blicks entwickelt — im Schatten, in den Zwischenräumen, in jenen Räumen, in denen die Wahrnehmung wankt und die Vorstellungskraft Wurzeln schlägt.
Die Eröffnung am 10. Mai 2026 markiert ihre erste Präsentation im Galeriekontext. Michèle Schoonjans Gallery freut sich, sie in dieser Phase zu begleiten und ihre Arbeit der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Die Praxis von Manon Sarah Thirriot ist in einem sensiblen Ansatz zur Landschaft verwurzelt, der weniger als Motiv denn als Erfahrung konzipiert ist. Unter Rückgriff auf angestammte Techniken — Intarsien, Drechseln, Holzstich —, die sie durch eine zeitgenössische Sprache neu interpretiert, komponiert die Künstlerin Oberflächen, auf denen die Materie selbst zur Sprache wird. Die Holzarten, ausgewählt für ihre Töne und Maserung, werden nicht bedeckt, sondern enthüllt: Farbe entsteht aus der Struktur des Materials selbst.
Ihre Werke entfalten dichte Umgebungen, insbesondere inspiriert vom Unterholz, wo das Licht nur schwer zirkuliert und das Auge sich verliert. Durch das Zusammenspiel von Linien, Rhythmen und subtilen Brandspuren, die die Tiefe verstärken, wird die Oberfläche mit einer fast organischen Vibration lebendig. Die Landschaft ist in Schichten konstruiert, oszillierend zwischen Abstraktion und Reminiszenz, bis sie eher zu einer Atmosphäre als zu einer Darstellung wird.
Im Dialog entwickelt Elium ein narratives Universum, in dem Objekte in das Reich des Lebendigen kippen. Ausgehend von vertrauten Formen konstruiert sie Apparate, in denen sich die Realität verschiebt und symbolisch aufgeladen wird. Für diese Ausstellung lässt sie sich von der universellen Geste inspirieren, eine Münze in einen Brunnen zu werfen, um sich etwas zu wünschen.
Lotosblumen und Schilf, gefertigt aus Münzen, entstehen aus einem Becken, das diese Orte projizierter Wünsche heraufbeschwört. Diese Metallfragmente, Träger vergangener Wünsche, scheinen sich in pflanzliche Formen zu verwandeln, als hätten die Wünsche selbst in Wasser Wurzeln geschlagen. Zeichnungen, die diese Installation umgeben, erweitern dieses imaginäre Reich in einem Raum, in dem die Grenze zwischen Natur und Fiktion durchlässig wird.
Durch diesen Metamorphoseprozess hinterfragt Elise de Falletans, was Objekte von unseren Projektionen behalten: was wir in sie hineinlegen, was wir als Gegenleistung zu erhalten hoffen und was stillschweigend Bestand hat.
Zwischen Landschaften aus Holz und Vegetation, die aus monetären Fragmenten geboren wurden, komponiert What Grows in the Shadows ein hybrides Territorium, in dem natürliche Materie und Alltagsgegenstände aufeinandertreffen. In diesem schwebenden Raum legen die Werke nahe, dass bestimmte Formen — pflanzliche, symbolische oder imaginäre — nur abseits des direkten Lichts entstehen können, in jenen diskreten Zonen, in denen die Transformation langsam stattfindet.