Anfang des 17. Jahrhunderts kommt ein mysteriöser Soldat in ein abgelegenes protestantisches deutsches Dorf. Er behauptet, der Erbe eines seit langem verlassenen Gehöfts zu sein, und legt Dokumente vor, um seinen Anspruch zu untermauern. Obwohl die Dorfbewohner ihn zunächst skeptisch betrachten, gewinnt er allmählich ihr Vertrauen. Als fleißiger und gottesfürchtiger Mann versteht er es, sich einen Platz innerhalb der engen Gemeinschaft zu sichern. Aber seine sorgfältig aufgebute Identität beruht auf einer Lüge.
Ein faszinierendes historisches Drama, das jahrhundertealte gesellschaftliche Konventionen überraschend aktuell macht. Markus Schleinzer (Michael, Angelo) inszeniert ein vielschichtiges und bedrückendes Drama über Identität, Freiheit und die gesellschaftlichen Rollen, die uns auferlegt werden. In wunderschönem Schwarz-Weiß entfaltet sich eine geschlossene protestantische Gemeinschaft, die sowohl die untergründige Bedrohung von Michael Hanekes The White Ribbon als auch die erstickende Gruppendynamik von Lars von Triers Dogville heraufbeschwört. Sandra Hüller (Anatomy of a Fall, The Zone of Interest) ist phänomenal in der Hauptrolle und wurde für ihre Darstellung mit der Zilveren Beer auf der Berlinale ausgezeichnet.