Ein Foto, das aus einer Beobachtung heraus entsteht, scheint etwas Objektives zu behaupten: Der Fotograf greift nicht ein, schaut aus der Distanz zu und lässt die Dinge geschehen. Man wählt einen Fokus, einen Moment – und klickt. Dennoch trifft man jedes Mal Entscheidungen. Wo stellt man sich hin? Wie rahmt man das Bild ein? Woher kommt das Licht? Wie nah oder wie fern geht man heran? Was zieht die Aufmerksamkeit auf sich? Mit jedem technischen Eingriff verschiebt sich das Bild. Sie richten den Blick. Sie zeigen Ihre Faszination. Was bleibt dann noch von dieser sogenannten objektiven Wirklichkeit übrig? Voor Yasmina Besseghir Fotografie ist niemals nur Porträtieren oder das Festhalten „schöner“ Bilder. Fotografie bedeutet auch, Gefühle in Bilder zu übersetzen. Es geht darum, Emotionen, Situationen oder Ereignisse zu hinterfragen und gleichzeitig zu hegen oder zu verarbeiten. Wo Worte nicht ausreichen, nutzt sie Bilder: zum Heilen, zum Kommunizieren. Während dieser Sitzungen bewegen Sie sich zwischen beiden Polen: Beobachten und Fühlen, Distanz und Nähe, objektiv und subjektiv. Wir arbeiten abwechselnd draußen und im Atelier. Sie experimentieren mit Parametern, mit Schärfe und Bildausschnitt, aber auch mit dem, was Sie berührt. Ihre Fotos als Spiegel Ihres Blicks und Ihrer Innenwelt. Zurück im Atelier legen wir Bilder nebeneinander, teilen Beobachtungen und lassen Emotionen in das Gespräch einfließen. Gemeinsam suchen wir nach persönlichen Antworten in jenem fragilen Bereich, in dem Wirklichkeit und Vorstellung aufeinandertreffen. Begleiter: Yasmina Besseghir