Der Flamenco-Star Rocío Molina gibt sich in Calentamiento demütig einem endlosen Aufwärmen hin, bei dem sie ihre obsessive Beziehung zum Tanz und zu ihrem alternden Körper enthüllt. Umgeben von drei Sängerinnen und einem Tänzer lässt sie einen freien und berührenden Tanz explodieren. Als Bühnentier hat sich Rocío Molina dank ihres intensiven und kühnen Tanzes als Anführerin des zeitgenössischen Flamenco etabliert. Dans Calentamiento („Aufwärmen“ auf Spanisch), die aus Malaga in Spanien stammende Tänzerin stampft unermüdlich mit den Füßen und wiederholt ihren virtuosen Zapateado (eine typische Flamenco-Geste) bis zur Erschöpfung. In diesem fast Solo, in dem Tanz und Sprache koexistieren, folgen mehrere Figuren aufeinander – darunter ihr Tanzmeister und mehrere Sängerinnen –, die einen inneren Monolog unterbrechen, der die obsessive Beziehung der Vierzigjährigen zum Flamenco offenbart. Eine sich bewegende Kulisse, die abwechselnd ein Tanzstudio, eine Theaterbühne und einen Nachtclub darstellt, ist das Gehäuse, um ein verletzliches Selbstporträt abzuliefern. Mit stolzer Eleganz legt Rocío Molina ihre Zweifel und die Schmerzen offen, die ihren Tänzerkörper bewohnen. Die Frau offenbart sich hinter der Naturgewalt.