Zwei Konzerte, die Sie ins Zuhören ziehen: eine Stimme, die Sprache verschiebt, und ein Ensemble, das Schicht für Schicht ein Klangfeld entstehen lässt.
Moor Mother bringt ein Duoset mit dem Cellisten Mathis Mayr. Camae Ayewa bewegt sich zwischen Poesie, Klang und Forschung und legt offen, wie koloniale Geschichten in die Gegenwart hineinwirken. Ihr neuestes Album, 'The Great Bailout', geht von der britischen Entschädigung für Sklaverei aus: ein Staatsdarlehen, abbezahlt bis 2015, das nicht die Opfer, sondern Sklavenhalter entschädigte. Stimme und Cello begegnen einander ohne feste Rollenverteilung: Text, Ton und Rauschen, die einander in Echtzeit unter Spannung setzen.
Das Ensemble Razen geht vom Klang selbst aus. Ihr neuestes Album, 'Stained Glass Starling' (VIERNULVIER Records), aufgenommen in einem Wohnzimmer und größtenteils in einem Take, zeigt Musik in ihrer konzentriertesten Form. Brecht Ameel, Kim Delcour und Dick van der Harst bauen zusammen mit Berlinde Deman und Paul Garriau ein Klangfeld, wie ein Maler arbeitet: Schicht für Schicht, mit Aufmerksamkeit für Spannung, Textur und Nuance. Eine breite Skala an Instrumenten, darunter die Erhu und die javanische Kacapi, kippt die Klanglandschaft subtil.
Eine Koproduktion mit Gent Festival van Vlaanderen, einem führenden Musikfestival, das sich in erster Linie auf klassische Musik fokussiert, aber ebenso gerne neue Horizonte erkundet mit überraschenden Formaten und unterschiedlichen Musikgenres.
Jedes Jahr heißt das Festival Künstler aus der ganzen Welt willkommen: von Solisten und kleinen Ensembles bis zu beeindruckenden Symphonieorchestern. Das Programm ist mutig und vielseitig, mit Konzerten, Musiktheater, Tanz und multidisziplinären Vorstellungen, die Kunstformen miteinander verweben.