Post Mortem
de Jasmina Douieb / Cie Entre Chiens und Loups
Théâtre
+ 16 Jahre
Lernen, mit dem Tod des anderen zu leben. Ihm weiterhin zuzuhören. Ihm einen Platz einzuräumen. Nach dem Tod ihrer Mutter war Jasmina Douieb mittellos: kein Ort, an dem sie sie wiederfinden konnte, keine offensichtlichen Zeichen, keine Träume, kein Dialog möglich. Nur verstreute Asche, ein Feld, der Himmel und diese riesige Frage: Wo gehen die Toten hin, wenn man nicht mehr weiß, wie man mit ihnen sprechen soll?
In diesem sensiblen und lustigen Solo-Stück über den Verlust, das aus Interviews entstanden ist, macht sie sich auf die Suche nach denen, die eine Verbindung zu ihren Verstorbenen pflegen, die Zeichen interpretieren, Rituale erfinden, unterbrochene Gespräche fortsetzen. Durch ihre Erzählungen sucht Jasmina den Weg ihrer eigenen Trauer.
Umgeben von Gegenständen, Möbeln und Erinnerungen, die wie offene Türen zu Geschichten gestapelt sind, ruft sie die Abwesenden herbei, gibt ihnen Stimme, Präsenz, Bewegung zurück. Das Stück wird dann zu einer intimen und kollektiven Untersuchung, einem Raum, in dem der Tod aufhört, nur ein Verschwinden zu sein, um eine Beziehung zu werden, die neu erfunden werden muss.
Mit Bescheidenheit, Humor und großer Zartheit hinterfragt Jasmina Douieb, was wir mit unseren Toten machen, wie wir sie bei uns behalten, wie wir noch mit ihnen sprechen, manchmal ohne es zu wissen. Und wenn Schreiben, Erzählen, das Spielen der Toten bereits eine Möglichkeit wäre, sie zu verlängern?
Das Stück setzt sich über die Bühne hinaus fort mit einer Post-Mortem-Kabine, die im Foyer des Staquet installiert ist, wo das Publikum eingeladen ist, Worte, Gedanken, Hommagen oder Gespräche, die in der Schwebe geblieben sind, auf Samenpapier zu hinterlegen. Diese Fragmente werden gesammelt und dann bei einer Beerdigungszeremonie am Samstag, den 27. März 2027, gepflanzt, als ob man den Worten einen Ort geben wollte, an dem sie weiterleben können.
Credits
Schreiben / Spiel / Inszenierung Jasmina Douieb
Assistanat bei der Inszenierung / Videokreation / Photographie
Alexandre Drouet
Accompagnement künstlerisch / Begleitung beim Schreiben
Inès Rabadán / Véronique Dumont / Matthieu Donck / Kholektif Zouf
(Othmane Moumen / Monia Douieb / Hakim Louk’man / Myriem Akheddiou)
Klang- und Musikschöpfung Guillaume Istace
Scénographie Charly Kleinermann / Thibaut De Coster
Lumière / Régie Benoît Lavalard
Transcription der Interviews Amanthe Bazas / Joachim Masikila Makivova
Accompagnement in Produktion / Diffusion Ad Lib · Unterstützung von Künstlern
Production
Coproduction Théâtre Varia / Théâtre les Tanneurs / le Vilar / la COOP asbl / Shelter Prod.
Soutiens La Fabrique de Théâtre / l’Espace Magh / ING / taxshelter.be / das Tax-Shelter der belgischen Föderalregierung
Mit Hilfe der Fédération Wallonie-Brüssel – Service du Théâtre / Zentrum für Schriften Dramatiques Wallonie-Brüssel