Der Preisträger des Prix Goncourt 2021 liefert uns eine kraftvolle Chor-Fabel, die von etwa zwanzig Interpreten auf die Bühne gebracht wird.\n\n72 Jungs aus Westafrika landen in einem kleinen Dorf am Fuße des Ätna. Ihre Ankunft spaltet die Bewohner. Es beginnt eine Zeit des Stillstands: das Warten auf die Papiere mit dieser Latenz, die das Misstrauen schürt und den Willen zermürbt. Im Laufe der Monate schwindet die Solidarität, während sich politische Gewissheiten in Frustrationen verwandeln.\n\nAuf der Bühne lassen 11 Schauspielerinnen und Schauspieler sowie etwa zehn Statisten dieses Fresko auf Französisch lebendig werden, in dem auch Italienisch, Bambara oder Serer erklingen. Mit der Dringlichkeit ihres Engagements für Exilierte nimmt sich Marie-Aurore d’Awans dieses großartige Stück vor und wirft eine brennende Frage auf: Was sind wir bereit, mit denen zu teilen, die ankommen?