Ein Film als Inspiration, ein strenges Protokoll, ein künstlerisches Risiko. Guy Cassiers begibt sich auf die Begegnung mit einer neuen Generation in einer Geste, in der er seine Erfahrung neu ins Spiel bringt.
Im Jahr 1961 realisierten der Ethnologe Jean Rouch und der Soziologe Edgar Morin in Paris einen Film, der zum Sinnbild des Cinéma-vérité wurde. In einem Ansatz von radikaler Einfachheit sprachen sie Passant:innen, Student:innen, Arbeiter:innen an und stellten ihnen eine direkte Frage: Sind Sie glücklich? Aus diesen Gesprächen entstand das Porträt einer Gesellschaft.
Dreiundsechzig Jahre später nimmt Guy Cassiers den Dialog mit heutigen Schauspieler:innen wieder auf. Auf der Bühne koexistieren zwei Epochen, die Ausschnitte aus dem Film und die neuen, live gefilmten Interpret:innen, die mit denselben Fragen konfrontiert werden, während ihre Antworten in einen Dialog mit den Originalbildern treten. Ein bewusst strenges Arrangement: In drei Wochen Arbeit schaffen die Schauspieler:innen aus dem CAS eine Form, die sich im direkten Kontakt mit dem Film aufbaut. Die Rückkehr in die Vergangenheit wird so zu einer Möglichkeit, unsere Gegenwart zu verstehen und die essenzielle Frage neu zu stellen: Wie leben wir heute?
Première
Création Studio Théâtre National Wallonie-Bruxelles
En Zusammenfassung
Ein Projekt, inspiriert von einem Dokumentarfilm aus den 1960er Jahren.
Darin wurden Menschen zu ihrem Glück befragt.
Heute greifen junge Interpret:innen dieses Prinzip auf.
Bilder der Vergangenheit und Antworten von heute finden sich auf derselben Bühne wieder.