Marina (Llúcia Garcia) ist 18 Jahre alt und in jungen Jahren weiss geworden. Um eine Unterschrift für einen Stipendienantrag zu erhalten, reist sie an die Atlantikküste Spaniens, zu den mütterlicherseits [sic – vaterlicherseits] Großeltern, die sie noch nie getroffen hat. Dort gerät sie in ein Gewirr aus Tanten, Onkeln und Cousins und Cousinen, und weiß nicht, ob sie willkommen ist oder auf Ablehnung stößt. Während alte Emotionen geweckt werden, Zärtlichkeit wieder aufblüht und unausgesprochene Wunden aus der Vergangenheit sichtbar werden, versucht Marina, die fragmentierten und oft widersprüchlichen Erinnerungen an ihre Eltern zu rekonstruieren. Romería, teilweise basierend auf dem Leben der Regisseurin Carla Simón, ist ein intimes und visuell beeindruckendes Drama, in dem die Kraft der Imagination Trost und Versöhnung bietet. Der Film ist der letzte Teil einer Trilogie, in der Simón ihre persönliche Geschichte untersucht: Während Summer 1993 und Alcarràs auf der katalanischen Landbevölkerung spielen, zieht Simón nun in den Nordwesten Spaniens, nach Galicien, und beleuchtet über die Narben einer suchenden Generation ein verdunkeltes Kapitel der spanischen Geschichte. Trotz des anderen Settings und Tons im Vergleich zu ihren früheren Filmen bestätigt Simón sich mit ihrem dritten Film erneut als eine der wichtigsten Stimmen im zeitgenössischen spanischen Kino. Romería wurde in Spanien daher zu einem großen Erfolg, mit über 120.000 Besuchern in der ersten Woche, und feierte seine Weltpremiere auf der Filmfestival van Cannes, wo er für die Palme d’Or nominiert wurde.