Im Herzen Europas, zwischen Frankreich und dem Heilige Roomse Rijk, lag um 1600 das Fürstbistum Lüttich. Eine ruhige Stadt war es nicht: Lüttich war ein politischer und religiöser Knotenpunkt, an dem alles im Dienst der Machtdemonstration stand. Die „grandes entrées“ von Ernst und Ferdinand van Beieren – Erzbischöfen und Kurfürsten von Köln – waren daher eine Form von politischem Theater, in dem alles Autorität ausstrahlen musste, einschließlich der Triumphbögen aus Holz und Stoff, Glockengeläut, Kanonenschüssen, teuren Eiden und beeindruckender Musik. InAlto rekonstruiert die Dramaturgie dieser Einzüge mit Motetten, Liedern und Madrigalen von Komponisten rund um den Lütticher Hof. Jean de Castro repräsentiert die lokale Musikszene; Anton Gosswin spiegelt die bayerischen Verbindungen wider; René del Mel, Pierre Bonhomme und Bernardino Mosto illustrieren den kosmopolitischen Geschmack des Hofes. Festlicher Höhepunkt ist das majestätische Te Deum von Jean Guyot.