Textielkunstenares Silke Rys arbeitet mit einer Gruppe von Frauen aus Kessel-Lo mit Migrationshintergrund an einem Projekt, bei dem die Teilnehmerinnen Fragmente ihrer Lebensgeschichten in Textilien übersetzen. So bauen sie eine Sitzecke ('Conversation Pit'), die während Transit besucht werden kann.\n\nEllen Jacobs erstellt eine passende Klanglandschaft, die zu bestimmten Momenten auch mit Live-Musik ergänzt wird, für die Jenna Vergeynst die Saiten ihrer Harfe mit Wolle präparieren wird.\n\nKoproduktion MATRIX [Zentrum für Nieuwe Muziek] & Festival 20·21\n\nLevensdraad
In Levensdraad kommen Geschichten, Textilien und Klang nahtlos zusammen. Über zwei Jahre hinweg begab sich eine Gruppe von Frauen aus Ost-Brabant, die aus allen Ecken der Welt stammen, gemeinsam auf die Suche nach der Bedeutung ihrer Lebensgeschichte. Was als gemeinsame Erkundung begann, wuchs zu einem Projekt heran, in dem Erinnerung, Erfahrung und Tradition greifbar und hörbar werden.\n\nUnter Anleitung der Textilkünstlerin Silke Rys entstand eine intime 'Conversation Pit': ein kreisförmiger Sitzplatz, der aus vierzehn handbestickten Kissen aufgebaut ist. Stich für Stich hielten die Frauen ihre Geschichten in Stoff fest – Knöpfe als Zeitmarkierungen, Farbe als Träger der Erinnerung.\n\nParallel dazu entwickelten sie gemeinsam mit der Komponistin Ellen Jacobs eine neue Komposition für Harfe und Tonband. So wie sich Wolle zwischen die Saiten flicht, verweben sich auch Klänge zu einer auditiven Lebensgeschichte: Fragmente von Musik, Umgebungsgeräusche und Erinnerungen aus verschiedenen Lebensphasen verschmelzen zu einem Klanggewebe.\n\n'Levensdraad' (Lebensfaden) eröffnet einen Raum, in dem man kurz im Leben eines anderen Platz nehmen darf – und lädt auch dazu ein, ein Stück der eigenen Geschichte zu erzählen.\n\nDas Projekt entstand im Rahmen eines intensiven Prozesses mit der Frauengruppe Maatschappelijke Oriëntatie und NT2 von Ligo, in Zusammenarbeit mit MATRIX [Zentrum für Nieuwe Muziek] und Silke Rys. Durch Textil- und Klangworkshops wurde das Thema 'Lebensgeschichte' gemeinsam erforscht. Aus den persönlichen Geschichten der Teilnehmerinnen wuchsen sowohl die physische Installation als auch die Komposition – mit ebenso viel Aufmerksamkeit für den Prozess wie für das Ergebnis.