Die junge Ainara, siebzehn Jahre alt (überzeugend interpretiert von Blanca Soroa in ihrem ersten Spielfilm), ist eine intelligente und idealistische Jugendliche, die ihre Mutter sehr früh verloren hat. Wie ihre tiefgläubige Mutter und andere Familienmitglieder besucht sie eine christliche Schule. Ihr ganzes Umfeld erwartet, dass sie ein Hochschulstudium fortsetzt, aber sie selbst scheint sich mehr zu einem kontemplativen Leben als Nonne hingezogen zu fühlen. Als Ainara ihrer Familie ankündigt, dass sie in Erwägung zieht, ins Kloster einzutreten, sind die Reaktionen geteilt. Ihr Vater zögert, möchte aber vor allem seine Tochter unterstützen. Ihre Tante Maite, eine Atheistin, ist der Meinung, dass ihre Nichte dabei ist, ihr Leben zu ruinieren. Ist es wirklich ihre eigene Wahl, oder unterliegt sie dem Einfluss der spirituellen Begleitung, die ihre Schule anbietet? Los Domingos, vom spanischen Regisseur Alauda Ruiz de Azúa (Dicen, Cinco Lobitos), nährt die Debatte und erforscht sowohl die positiven Aspekte als auch die Schattenseiten von Ainaras religiöser Berufung. Der Film wirft auch Fragen der Toleranz, Indoktrination, Konformität und individuellen Freiheit auf. Durch subtile Beobachtungen und scharfe Dialoge zeichnet er das ergreifende Porträt eines jungen Mädchens auf der Suche nach ihrem eigenen Weg. Der Film war in Spanien ein riesiger Erfolg und wurde auf dem Internationalen Filmfestival von San Sebastián welturaufgeführt, wo er nicht weniger als fünf Preise gewann, darunter die Goldene Muschel für den besten Film. En Belgique, er wurde auf dem Film Festival Oostende uraufgeführt.